Wie du frischgebackene Eltern wirklich im Wochenbett unterstützt
Das Baby ist da! Alle sind verzaubert von diesem winzigen Wesen. Familie und Freunde fragen besorgt: „Geht es dem Baby gut? Schläft es viel? Trinkt es genug?“ Und natürlich hört man überall das Mantra: „Hauptsache gesund!“ Doch wer fragt eigentlich, wie es der Mutter geht – der Person, die gerade eine unglaubliche körperliche und emotionale Transformation durchlebt hat? Und wie kannst DU Eltern im Wochenbett wirklich unterstützen?
Die Realität nach der Geburt: Ein Marathon für Körper und Seele
Während alle Augen auf das Baby gerichtet sind, kämpft die Mutter mit den Nachwirkungen der Geburt. Ihr Körper hat eine immense Leistung vollbracht: Die Plazenta hat eine Wunde hinterlassen, die so groß ist wie ein Frühstücksteller und noch wochenlang heilt. Vielleicht gibt es Geburtsverletzungen oder eine Kaiserschnittnarbe, die mit jeder Bewegung schmerzt. Hinzu kommen Nachwehen, die den Atem rauben können, Schlafmangel und ein Hormonchaos, das zu einer emotionalen Achterbahnfahrt führt. Mal ist ihr nach Lachen, mal nach Weinen – und oft beidem gleichzeitig.
Körperliche Veränderungen im Wochenbett
Viele unterschätzen, welche körperlichen Anpassungen im Wochenbett stattfinden. Neben den bereits genannten Wundheilungen kommt der Wochenfluss hinzu, der mehrere Wochen anhält und die Gebärmutter dabei unterstützt, sich zurückzubilden. Auch der Milchfluss setzt ein, was in den ersten Tagen oft mit schmerzhaften Spannungsgefühlen in der Brust einhergeht.
Darüber hinaus ist der Beckenboden nach Schwangerschaft und Geburt stark beansprucht. Viele Frauen merken erst nach der Geburt, dass alltägliche Dinge wie Husten oder Lachen zu unkontrolliertem Harnverlust führen können. Eine bewusste Regeneration ist daher essenziell – und doch werden viele Mütter bereits kurz nach der Geburt mit Erwartungen überhäuft, wieder „funktionieren“ zu müssen.
Emotionale Herausforderungen: Zwischen Babyglück und Babyblues
Die ersten Wochen nach der Geburt sind eine emotionale Achterbahnfahrt. Zwischen Euphorie über das neue Familienmitglied und Erschöpfung durch Schlafmangel schwanken viele Eltern. Besonders die hormonelle Umstellung kann starke Stimmungsschwankungen verursachen.
Ein häufiges Phänomen ist der sogenannte Babyblues, der etwa drei bis fünf Tage nach der Geburt einsetzen kann. Frischgebackene Mamas erleben plötzlich Weinkrämpfe, Unsicherheiten und Überforderung – oft ohne klaren Grund. Das ist normal und klingt meist nach wenigen Tagen ab. Wichtig ist, dass das Umfeld dies nicht abtut, sondern ernst nimmt und konkrete Unterstützung anbietet. Diese Unterstützung kann manchmal einfach bedeuten, dass man die Tränen aushält und einfach zuhört.
Falls die negativen Gefühle über Wochen anhalten oder sich verschlimmern, kann dies ein Anzeichen für eine postpartale Depression sein. Hier ist professionelle Unterstützung gefragt. Hebamme, Gyn, Schatten und Licht oder Beratungsstellen für Emotionelle Erste Hilfe (EEH) sind mögliche Anlaufstellen. Umso wichtiger ist es, dass Familie und Freunde sensibel mit der Situation umgehen und nicht mit Sätzen wie „Du solltest doch glücklich sein!“ reagieren. Negative Gefühle verschwinden nicht einfach, wenn ihnen durch das Umfeld ihre Daseinsberechtigung abgesprochen werden. Sei kein Ar***, hör zu und sei still, wenn du nichts nettes zu sagen hast!
Die beste Unterstützung im Wochenbett: Sei da – und bring etwas mit!
Was frischgebackene Eltern brauchen, sind Menschen, die sie halten, ihnen zuhören und ihre Gefühle ohne Bewertung annehmen. Sie brauchen Unterstützung im Alltag, nicht Ratschläge oder ungefragte Tipps.
Wenn du eine Familie im Wochenbett besuchst, bring etwas Nützliches mit und stelle konkrete Hilfsangebote statt vager Fragen. Zum Beispiel:
Essen mitbringen: „Soll ich Kartoffelsuppe oder Nudeln mit Bolognese vorbeibringen?“
Haushalt unterstützen: „Darf ich euer Bad putzen? Ihr habt gerade anderes zu tun!“
Einkäufe erledigen: „Kann ich euch was vom Supermarkt mitbringen?“
Ein warmes Essen, eine saubere Küche oder frische Wäsche kann für erschöpfte Eltern ein riesiges Geschenk sein. Was sie hingegen nicht brauchen, sind lange Besuche, unerwünschte Ratschläge oder Vergleiche mit anderen Babys.
Bevor du überhaupt aufbrichst, um die junge Familie zu besuchen, frag nach, ob es in Ordnung ist, oder ob sie lieber ihre Ruhe haben möchten. Essen kann man oft auch ganz hervorragend vor die Haustür stellen und eine Nachricht schreiben.
Was frischgebackene Eltern NICHT brauchen
Manchmal sind gut gemeinte Ratschläge oder vermeintliche Hilfsangebote genau das Gegenteil von Unterstützung. Damit dein Besuch nicht zur Belastung wird, solltest du Folgendes vermeiden:
Ungefragte Ratschläge: Eltern brauchen in den ersten Wochen keine Diskussionen über Erziehungsstile oder Stillen vs. Flasche.
Lange Besuche: Bleib nur so lange, wie es den Eltern guttut – und kündige deinen Besuch immer vorher an.
Vergleiche mit anderen Babys: Jedes Kind ist anders. Vergleiche mit Geschwistern, Nachbarskindern oder eigenen Erfahrungen können verunsichern. Das Baby perfekt. Genau so, wie es ist. Ohne wenn und aber.
Erwartungen an Perfektion: Wenn das Zuhause chaotisch ist, ist das völlig normal. Eltern müssen sich in dieser Phase auf ihr Baby konzentrieren, nicht auf einen perfekten Haushalt.
Emotionale Unterstützung: Einfach da sein
Das Wochenbett ist eine sensible Zeit, in der Eltern sich neu finden müssen. Nicht alles ist rosarot – und das ist okay! Wenn du zu Besuch bist, dann höre zu, ohne zu urteilen. Lass die Eltern sich ausweinen, wenn sie es brauchen, und trockne ihre Tränen. Ein ehrliches „Es ist okay, dass du dich so fühlst“ kann mehr helfen als tausend gut gemeinte Ratschläge.
Es hilft auch, einfach präsent zu sein. Manchmal ist eine stille Unterstützung wertvoller als viele Worte. Eine Umarmung, eine Tasse Tee oder ein „Ich bin da, wenn du mich brauchst“ kann Wunder wirken.
Wenn der Eindruck entsteht, dass tatsächlich etwas gewaltig schieflaufen könnte, frag nach, ob professionelle Unterstützung gewünscht ist. Ob Hebamme, Stillberaterin oder ein Anruf beim Hilfetelefon schwierige Geburt
Fazit: Für echte Unterstützung im Wochenbett - sei der Fels in der Brandung
Eltern sind der Fels in der Brandung für ihr Baby – doch auch sie brauchen Halt. Sei du dieser Halt. Sei die Person, die wirklich hilft, statt nur gut gemeinte Ratschläge zu verteilen.
Wenn du unsicher bist, wie du helfen kannst, dann frag direkt: „Was würde euch gerade am meisten helfen?“ Die Antwort könnte dich überraschen – und vielleicht ist es genau das, was den Unterschied macht. Und wenn nur ein Schulterzucken kommt? Dann mach konkrete Vorschläge. „Was würdest Du gern essen?“
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