Kuschelig soll es sein und bequem, vielleicht gefällt Dir auch eine bestimmte Optik und bei der Auswahl spielt sicher auch der Preis eine Rolle. Während es bei all diesen Dingen Spielraum gibt, gibt es in einem Bereich klare Grundregeln, die immer gelten, nämlich dann, wenn es um die Sicherheit beim Tragen geht! Welche Grundregeln das sind, und ob Deine Trageweise alle erfüllt, erfährst Du hier:
Atemwege frei?
Der erste Punkt auf der Checkliste zur Sicherheit beim Tragen ist immer die Frage, ob die Atemwege frei sind, denn das kann (über)lebenswichtig sein. Überprüfe immer, ob das Gesicht von Tuchbahn, Trägern, Kopfstützen oder Kleidung bedeckt ist.
Wenn das der Fall sein sollte, ändere das schnell. Schal, Jacke & Co kann man entsprechend justieren und auch Tragetuch oder Tragehilfe können entsprechend angepasst werden.
Kann dein Kind das Köpfchen noch nicht selbst stabil halten oder schläft, braucht es trotzdem keine Kopfstütze, die den gesamten Kopf festhält. Viel wichtiger ist, dass der Nacken gut gestützt ist, denn die Kopfkontrolle geht nicht vom Hinterkopf, sondern von der Halswirbelsäule aus. Die Oberkante von Tuch oder Trage geht bitte nicht weiter, als bis zur Mitte des Ohrs.
Gut gestützt?
Punkt 2 auf der Sicherheits-Check-Liste: Ist das Kind gut gestützt? Neben der Stütze im Bereich der Halswirbelsäule sind hier noch ein paar andere Dinge zu beachten:
Bleibt das Baby auch schlafend aufrecht?
Schläft man ein, lässt der Tonus im gesamten Körper nach, die Muskeln entspannen sich also. Das führt dazu, dass bei nicht ausreichender Stützung, das Baby in sich zusammensinkt. Hierbei sinkt unter Umständen das Kinn auf die Brust. Das führt wiederum dazu, dass die Atemwege teilweise blockiert werden und dein Baby unter Umständen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Das möchte natürlich niemand!
Ob dein Baby ausreichend gestützt wird, prüfst du direkt beim Anlegen von Tuch bzw. Trage. Sind die Schnallen geschlossen bzw. die Träger/das Tuch fertig geknotet, kannst du mittels Vorbeugetest überprüfen, ob das Tuch/die Trage fest genug gebunden sind. Hierfür beugst du dich, ohne das Kind festzuhalten vor. Löst sich der Oberkörper deines Babys von deinem Oberkörper, musst du nochmal nachstraffen.
Außerdem solltest du dann noch prüfen, ob die Trageposition der Ergonomie des Kindes entspricht. Das bedeutet, dass du schaust, ob die Anhock-Spreiz-Haltung eingenommen wird und der Rücken der Entwicklungsstufe der Wirbelsäule gerundet ist. Hierfür ist es wichtig zu wissen, dass Neugeborene sich wie ein C „einrollen“ und das völlig normal und richtig ist. Die Aufrichtung der Wirbelsäule kommt mit der Zeit von oben nach unten und ist an den motorischen Entwicklungsschritten gut zu beobachten. Zunächst formt sich die Halslordose, die einhergeht mit der Kopfkontrolle, dann die Brustkyphose, die einhergeht mit dem freien und selbstständigen Hinsetzen und schließlich die Lendenlordose, die einhergeht mit dem freien Laufen. Der Rücken richtet sich also innerhalb der ersten 12-18 Monate immer weiter auf und dementsprechend verändert sich die Rundung des Rückens in Tuch oder Trage. Du solltest diese „default“-Position des Rückens nicht flachdrücken, indem starker Zug oder Drück auf den Rücken ausgeübt wird. Lass dich daher am besten beraten, welche Tragehilfe oder Bindeweise für dein Kind und dich passen wäre.
Sicheres Handling?
Um dein Kind sicher in Trage oder Tuch zu bekommen (und auch wieder raus), solltest du mit der Bindeweise bzw. den Handgriffen zum sicheren Anlegen vertraut sein. Das gilt ganz besonders (aber nicht ausschließlich) für das Tragen auf dem Rücken. Am Besten übst du ein paar Mal, wie das Anlegen und Ablegen funktioniert und lässt dich anleiten.
Es gibt einige Tricks und Kniffe, die das Handling deines Babys und des Tuchs/der Trage super einfach machen.
Gutes Bauchgefühl?
Last but not least ist ganz entscheidend, was dein Bauchgefühl dir sagt! Fühlst du dich sicher und wohl? Fühlt sich etwas komisch an oder tut sogar weh?
Wenn irgendetwas nicht passt, hol dir bitte Unterstützung! Eine ausgebildete Trageberaterin ist genau dafür da, dich dabei zu unterstützen, die Trageweise zu finden, die zu dir und deinem Kind passt, und euch dabei anzuleiten. Trau dich also und sag piep wenn du Unterstützung brauchst!
